Welche ist die beste Entspannungstechnik?
Immer wieder wird mir die Frage gestellt, welche Entspannungstechnik denn nun die Beste ist. Nicht immer so offen, aber meistens läuft es genau darauf hinaus. Die Antwort ist an sich sehr einfach: Es kommt darauf an! Worauf es aber genau ankommt, muß jeder für sich selbst herausfinden. Um diesen Prozess etwas leichter zu machen, hier ein paar Anregungen, die auf meinen persönlichen Erfahrungen beruhen:
- Entspannungstechnik als Pille: Entspannungstechniken sind keine Pillen. Solltest du auf der Suche nach etwas sein, daß du bei Bedarf wie eine Pille benutzt, bist du hier falsch. Wenn du eine Pille willst, kauf dir eine Pille!
- Zeitpunkt: Der denkbar schlechteste Zeitpunkt, um eine Entspannungstechnik zu erlernen ist dann, wenn du sie am dringendsten brauchst. Natürlich kann man sich mit einer gewissen Erfahrung bewußt “runter fahren”. Das ist aber eigentlich nicht die Idee! Die Idee ist, sich durch regelmäßiges Training so zu konditionieren, daß man nicht mehr angespannt wird. Wäre das leicht, bräuchte ich diesen Artikel nicht zu schreiben. Nicht ganz einfache, ungewohnte Aufgaben geht man am besten an, wenn man entspannt und ausgeglichen ist.
- Technik: Techniken gibt es wie Sand am Meer. Die Auswahl ist entsprechend schwer, zumal wenn man als Anfänger wirklich gar keinen Plan hat. Was kann man dagegen tun: Ausprobieren! Auch das ist leider nicht so einfach. Wie will man ohne Vorwissen beurteilen, ob etwas wirkt? Wie lange muß man so etwas überhaupt machen bis es wirkt? Fragen über Fragen! Hier kommt die wichtigste Grundregel überhaupt ins Spiel: Benutze den gesunden Menschenverstand! Am besten ist es, wenn du erstmal komplett unvoreingenommen und ohne konkrete Vorstellung an die Sache ran gehst. Einfach schauen und fühlen. Solltest du dich aber nach einer Weile nicht irgendwie besser fühlen, ist es wohl nicht “deine Technik”. Dann solltest du auch nichts auf Versprechungen in ferner Zukunft geben. Dann probier’ einfach mal etwas anderes.
- Lehrer: Die richtige Technik zu finden, gestaltet sich schon schwer. Der Lehrer ist aber noch wichtiger. Es nützt dir nichts, wenn du im Internet DIE Technik findest, die bestimmt perfekt für dich paßt, du aber keinen guten Lehrer in der Nähe hast. Im Zweifelsfall würde ich immer den guten Lehrer der angeblich überlegenen Technik vorziehen.
Nach der ganzen Theorie, vielleicht noch ein paar praktische Tips aus meinem Erfahrungsschatz: Stell’ dir die Frage, wie du zu Bewegung stehst! Mit dieser Frage solltest du einen geeigneten Startpunkt finden. Der Rest wird bzw. muß sich dann einfach ergeben.
Bist du die Sorte Mensch, die bei Streß unruhig und zappelig wird? Dann wäre eine buddhistische Meditation, bei der man lange still sitzen muß, sehr wahrscheinlich nicht der beste Einstieg. Anhänger dieser Methode werden dir erzählen, daß man den Geist so theoretisch viel schneller und effizienter zur Ruhe bringen kann. Das mag so sein, aber was bringt dir die Theorie, wenn du es nicht umsetzen kannst?
Yoga ist schon etwas bewegter, wobei es alleine im Yoga schon mehr Stile gibt, als ein Mensch alleine jemals ausprobieren kann. Bezogen auf das Unterrichtsangebot halte ich den Begriff mittlerweile für recht nichts sagend. Ich habe schon Yoga Typ A gesehen, daß quasi nichts mit Yoga vom Typ B zu tun hatte. Was aber nicht schlimm ist, wenn A oder B dir hilft. Also: Ausprobieren und nicht alle über einen Kamm schweren. Und an der Stelle nochmal daran denken: Noch wichtiger als die Unterschiede zwischen A und B ist der Lehrer!
TaiChi ist im Verhältnis zu Yoga immer noch unbekannt, obwohl es meiner Meinung leichter zugänglich ist. Falls du mal Bilder von alten Menschen in China gesehen hast, die sich morgens im Park langsam synchron bewegen: Das wird wohl TaiChi gewesen sein. TaiChi besteht aus einer fließenden Abfolge von Bewegungen, die man im Stehen ausführt. Körperlich ist es weniger fordernd als Yoga. Dafür kenne ich aber niemanden, der sich den langsamen, fließenden Bewegungen entziehen kann. Selbst Anfänger können beim TaiChi relativ schnell gut “runter kommen”.
Neben diesen “aktiven” Methoden ist es natürlich auch nicht verwerflich, sich helfen zu lassen. Das muß kein Psychotherapeut sein. Auch eine gute Massage kann Wunder wirken. Am besten ist natürlich eine Kombination.
Das Thema ist definitiv zu groß, um es hier erschöpfend behandeln zu können. Dazu hätte ich auch gar nicht die Kompetenz. Aber vielleicht hilft der Artikel ja dem einen oder anderen auf seinem Weg in ein entspannteres Leben! Für Fragen, Rückmeldungen oder weitere Anregungen gibt’s unten die Möglichkeit Kommentare zu hinterlassen.
2 Responses to Welche ist die beste Entspannungstechnik?
Leave a Reply Cancel reply
-
Meta





Very nice: Club der Mitdenker!!!
)
Find ich Klasse!!! Weiter so
Ich glaube du hast da was durcheinander gebracht!
“Club der Mitdenker” ist der Link auf den vorherigen Artikel. Den Club gibt’s bisher nur auf Facebook. Kannst dich ja mal anmelden!