Anfang November letzten Jahres hat Ivo die Facebookgruppe “Club der Mitdenker” gegründet. In der Gruppe haben sich immer wieder Ansätze für interessante Diskussionen ergeben – genau so, wie es geplant war. Leider versanden diese Diskussionen oft, bevor das Thema wirklich erschöpfend “breitgetreten” wurde. Warum? In meinen Augen ist Facebook die falsche Plattform. Nehmen wir die Frauenquote als Beispiel: Eine so komplexes Thema läßt sich nicht linear abhandeln. Ansonsten wäre das Thema langweilig und wir wären überhaupt nicht an einem Austausch interessiert. Davon abgesehen gibt es viele Details, die suboptimal sind:

  • Längere Texte lassen sich schwer lesen und noch schlechter schreiben.
  • Ältere Texte lassen sich schwer wiederfinden oder verlinken.
  • Teilnahme erzwingt einen Facebookaccount.
  • Interessierte können kaum zufällig auf die Gruppe stoßen.
  • … noch viel mehr, wenn ich weiter nachdenken würde …

Abgesehen davon, daß Ivo und ich uns eben über Facebook “wiedergefunden” haben, gibt es keinen wirklichen Grund diese Plattform zu benutzen. Welche Alternativen bieten sich:

  • Blog
  • Mailingliste
  • Forum

Ganz zufällig ist die Reihenfolge gemäß meiner persönlichen Präferenzen. Von daher von unten nach oben:

Webbasierte Foren bemühen sich zwar, Diskussionen hierarchisch darzustellen, aber ich habe noch kein Forum gesehen, daß übersichtlich und benutzbar wäre. Es mag ein paar Ausnahmen geben, die komplexere Funktionalität anbieten. Die sind in der Regel aber so kompliziert, daß sie doch wieder unbrauchbar sind.

Mailinglisten mag ich eigentlich, insbesondere weil sie auf einem vorhandenen “Tool” aufsetzen. Meine Mails lese ich sowieso regelmäßig, muß also kein zusätzliches Werkzeug verwenden order gar lernen. Leider sind Mailinglisten auch nicht so ganz einfach suchbar und verlinkbar zu machen. Somit scheiden sie für unseren Anwendungsfall auch aus.

Bleibt ein (oder mehrere) Blog(s). Auf den ersten Blick mag das nicht die naheliegendste Lösung sein. In meinen Augen paßt ein Blog aber sehr gut, weil er keine konkrete Struktur vorgibt. Neuigkeiten, Anregungen, Idee, … können in einem Blog genau so gepostet werden, wie in der Facebookgruppe. Artikel lassen sich leichter suchen, “Fremde” können sich leichter beteiligen und aus “Nebenschauplätzen” werden neue Artikel. Dank der unglaublichen Technologie der “Hyperlinks” können die Artikel sich gegenseitig referenzieren.

Wie so ein Blog aussieht, habt ihr ja gerade vor Augen. Zufällig gehört die Domain mir und wird von Uwe und mir auf unserem Server gehostet. D.h. ich kann in wenigen Minuten http://mitdenker.ambloggen.de anlegen, falls sich jemand auf das Experiment einlassen will. Alternativ können wir auch einen Blog pro Person anlegen und diese untereinander verlinken.

Soweit erstmal zu diesem Thema. Ivos Ausführungen zur Frauenquote werde ich hoffentlich morgen kommentieren können. Nur seinen ersten Punkt will ich noch kurz aufgreifen: Die gute Idee für die Firma! Ich glaube nicht, daß wir die einzigen Menschen sind, die sich über das Internet über nichttriviale Themen austauschen wollen. Wir sind sicher auch nicht die einzigen, die mit der Infrastruktur nicht glücklich sind. Kennt jemand eine bessere Plattform? Nein? Dann gibt es offensichtlich einen Bedarf der zu stillen wäre. Geht es bei Geschäftsideen nicht in der Regel genau darum? ;-) “Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden”

 

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